VS-Qualitätsanalyse
Qualitätsanalyse als Modul der VS-WorkSuite

Kurzfassung

Mit dem Modul "Qualitätsanalyse" des Werkzeugs VS-WorkSuite steht eine leistungsfähige Funktions- und Qualitätsanalyse für Lichtsignalsteuerungen zur Verfügung. Der Anwender erhält schnell und zeitnah aussagekräftige Informationen zu seinen laufenden Steuerungen und kann so auch nach Inbetriebnahme eine konsequente Qualitätssicherung betreiben.

Schnittstellen zur Erfassung der erforderlichen Rohdaten sind für die wichtigsten vorhandenen Systeme sowie für OCIT-fähige Verkehrsrechner und Steuergeräte verfügbar.

Sind die Rohdaten einmal vom Steuergerät im Betrieb erfasst und aufgezeichnet worden, hält die Datenhaltung von VS-WorkSuite sie für vielfältige Auswertungen bereit. Diese unterteilen sich in eine Feinanalyse mit Hilfe der originalen Rohdaten sowie in vielfältige weiterführende, grafische Bewertungen in einfacher und auch komplexer Form.

Der integrierte sog. Rohdaten-Betrachter erlaubt eine direkte Sicht auf die Messwerte im Zeitraster der Aufzeichnung. Messwerte können Signalgruppenzustände, Schleifenwerte, Zustandszähler oder beliebige Variablen aus der Steuerung (z.B. VS-PLUS) sein. Mit Hilfe von Statistikbausteinen lassen sich komplexere Untersuchungen z.B. die Ermittlung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit einer Lichtsignalanlage oder von Wartezeiten in den Zufahrten durchführen.

Ein Schwerpunkt der Auswertungsmöglichkeiten liegt in der Analyse von Beeinflussungen durch den ÖPNV. So können z.B. Fahrgastwechselzeiten durch Auswertung von Anmelde- und Abmeldepunkten eines ÖPNV-Fahrzeugs ermittelt und in einem Diagramm dargestellt werden.

Umfangreiche Einstellungsvarianten erlauben den Aufbau der Chartdarstellung ganz nach eigenen Vorstellungen. Auf Knopfdruck können Daten und Grafiken ausgedruckt werden.

Der Modul "Qualitätsanalyse" wird weiter ausgebaut. Eine zweite Ausbausstufe ist bereits in Entwicklung, die einen 24-h-Betrieb mit automatischer Überwachungsfunktion möglich machen wird.

Einführung

Das Werkzeug dient dazu, sowohl verkehrstechnische Auswertungen im Hinblick auf die Qualität der laufenden Steuerung als auch systemtechnische Analysen unter den Gesichtspunkten der Zuverlässigkeit einer Lichtsignalanlage zu ermöglichen. Die Datenaufnahme der Betriebs- und Prozessdaten der Anlage kann sowohl lokal als auch über die Zentrale erfolgen. Die Auswertungen können im Anschluss daran erstellt werden. 

Die Zielgruppen der Nutzer des Werkzeuges in der vorliegenden ersten Realisierungsphase sind die Gruppe der Betreiber (Stadt, Verkehrsbetriebe) und die Personen der Wartung. Der Einsatz des Werkzeuges kann aber durchaus auch für Planer interessant sein, welche die Funktionalitäten nutzen.

Aufbau

Die Bedienoberfläche lehnt sich an einem Explorer an: oben Menu und Toolbar, links ein Baum und rechts eine Liste. Der Baum (auf der linken Seite) kann Äste und beliebig tief verschachtelte Zweige (Unteräste) haben, welche geöffnet oder geschlossen werden können. Die Liste (auf der rechten Seite) kann nach verschiedenen Kriterien geordnet werden.

Über den Baum werden alle Funktionalitäten gesteuert. Dazu klickt man doppelt auf ein bestehendes Formular, das sich in der Liste (auf der rechten Seite) befindet.

Neue Formulare legt man an, indem man auf der Fläche der Liste mit der rechten Maustaste klickt oder den entsprechenden Punkt im Menubalken auswählt (Bearbeiten: Neu).

Was wird nicht abgedeckt?

  • Regelungs- bzw. Steuerungsfunktionen im Sinne einer automatischen Einflussnahme des Werkzeuges auf die im Steuergerät bzw. im Verkehrsrechner laufende Steuerung
  • Planungsaufgaben, die von auf dem Markt zum Bearbeiten von Lichtsignalanlagen befindlichen Planungstools abgedeckt werden
  • Eine Leitstellenfunktion im Sinne der dauernden Prozessüberwachung wie Überwachung des Systemzustandes der Lichtsignalanlage

Hauptfenster und Objektbaum



Das Hauptfenster orientiert sich an der Funktionalität eines Explorers. Im linken Fensterteil wird die Versorgungshierarchie in Baumstruktur dargestellt: Die unterschiedlichen Objektklassen sind thematisch in Registern zusammengestellt. 

Im rechten Fensterteil werden die zu diesen Objektklassen gehörigen Objekte (d.h. die angelegten Datensätze einer Objektklasse) aufgelistet. Die Darstellung der Objekte erfolgt in Eigenschaftseditoren wie Matrizen, Tabellen oder Listen bzw. in Graphiken, wenn sie sich auf eine Auswertung beziehen. 

Der rechte Fensterteil bietet ein Kontextmenü zum Neuanlegen, Öffnen, Kopieren, Löschen sowie Standard- und Sammeldruck der Objekte.

Alle Schaltflächen der Symbolleiste wie neu Anlegen, Öffnen, Speichern oder die Darstellungsart der Symbole (kleine Symbole, Liste, Details) sind wie in einem Explorer zu bedienen.

Über die Menüleiste können Sie alle Operationen auf Knotenpunktebene durchführen. Der Menüpunkt "Bearbeiten" bietet darüber hinaus auf Objektebene die Funktionen Öffnen, Kopieren, Löschen, Drucken und Neuanlegen. 

Register



Es stehen fünf Register für die Qualitätsanalyse zur Verfügung:

  • Steuergerät: Parameter der Versorgung des Steuergerätes
  • Aufzeichnung: Art der Aufzeichnung aus Steuergerät oder Zentrale
  • Import und Export von Messdaten
  • Qualitätsanalyse
  • Anwenderdaten für ergänzende Programme

Die eigentliche Qualitätsanalyse

Hier werden die Algorithmen ausgewählt und konfiguriert. Auf eine Analyse folgt immer eine Visualisierung in Form einer Tabelle oder eine Graphik.

Auswertungszeiträume

  • Ein Zeitobjekt verkörpert einen Beginn und ein Ende einer Auswertung. Es wird fix auf bestimmte Tage festgelegt.
  • Ein Zeitintervall verkörpert einen wiederkehrenden Beginn und ein wiederkehrendes Ende einer Auswertung.

Signalgruppen

Signalgruppen können auf vier verschiedene Arten ausgewertet werden: 

  • Zustandsdauer
  • Verteilung von Zuständen
  • Zyklus
  • Koordination

Zustandsdauer



Es wird ermittelt, wie lange die gewählten Signalgruppen in welchem Zustand gewesen sind (grün, rot oder dunkel).

Verteilung von Zuständen



Eine Erweiterung der Auswertung der Zustandsdauer: neben Signalgruppen und gewünschtem Zustand muss auch ein Intervall bestimmt werden. Die obere Abbildung zeigt die Verteilung des Grünzustandes einer Signalgruppe. Die nächste Abbildung zeigt dieselben Daten in einer Häufigkeits-Statistik



Bei der Darstellung in einer Tabelle sind zusätzliche Angaben wie Minima, Maxima und Mittelwerte sowie die Anzahl Umläufe sichtbar.

Zyklus



Hier wird für jeden Zyklus der Kreuzung ermittelt, wie lange eine Signalgruppe grün und rot war.

Koordination



Hier wird die Koordination einer Signalgruppe bezüglich tx = 0 betrachtet.

Variable und Relationen

Als Variable zählen alle Messpunkte außer den Signalgruppen, also Detektoren oder beliebige Programmvariable.

Ereignisse von Variablen

Es werden Ereignisse von Variablen gezählt. Es muss eine Bedingung gegeben werden, wann ein Ereignis ausgelöst werden soll: dazu muss eine Referenz in Form eines numerischen Wertes definiert sein und dann festgelegt, ob ein Ereignis erzeugt werden soll, wenn 

  • der Wert verlassen,
  • nach oben verlassen, 
  • nach unten verlassen oder 
  • im nächsten Zeitschritt beibehalten wird.


Relation zwischen zwei Variablen

Es wird die Zeit gemessen zwischen den Ereignissen zweier Variablen. Dazu muss für jede Variable einzeln bestimmt werden, welches Ereignis die Zeitmessung anwirft und welches sie wieder anhält.

Es muss ein numerischer Zustand angegeben werden, der verlassen werden und gleichzeitig in einen anderen Zustand übergehen muss, um ein Ereignis auszulösen. Der neue Zustand kann sein, dass er ungleich, größer, kleiner oder gleich dem alten Zustand ist.

Relation zwischen Signalgruppen



Es wird die Zeit gemessen zwischen den Ereignissen zweier Signalgruppen. Dazu muss für jede Signalgruppe bestimmt werden, welches Ereignis die Zeitmessung anwirft und welches sie wieder anhält.

Die Abbildung zeigt die Zeit, die zwischen dem Grün der einen Signalgruppe und dem Grün der zweiten verstreicht.

Variable und Signalgruppen

Hier wird die Zeitmessung durch ein Ereignis einer Variablen gestartet und durch ein Ereignis einer Signalgruppe beendet oder umgekehrt.

Beispiel einer solchen Relation kann die Dauer von einer Anmeldung bis zum Grün der Signalgruppe sein.

Kette

In einer Kette können mehrere Ereignisse hintereinander aufgetragen werden. Sie ist eine Erweiterung der Relationen zwischen Signalgruppen und Variablen.

Betrachter



Die aufgezeichneten Daten können ‘offline’ visualisiert und ausgedruckt werden. Mit dem Öffnen des Betrachter-Fensters werden die Daten in einer Darstellung gezeigt, die an Sipl-Online angelehnt ist.

Druck



Das Werkzeug bietet verschiedene Möglichkeiten der Dokumentation der Auswertungen. Sie können
  • das Dokument in die Seitenansicht bringen, 
  • in ein Druckdokument (*.mdk) einfließen lassen oder
  • gleich zum Drucker senden.

Im Druckdokument kann eine individuelle Dokumentation erstellt werden, die nur ausgewählte Objekte enthält. Das Druckdokument enthält Kopf- und Fußzeilen und ein Inhaltsverzeichnis. 

Über einen Menüpunkt können Sie das Druckdokument in der Seitenansicht kontrollieren oder zum Drucker senden. Sie können beliebig viele Objekte in die Datei einbringen. Neu hinzukommende Objekte werden hinter dem letzten Objekt angehängt. Über die Inhaltsübersicht in Baumstruktur kann die Reihenfolge der Objekte angepasst werden. 

Mit dem Sammeldruck können ein bzw. mehrere Objekte ausgewählt und nacheinander ausgedruckt werden. Die getroffene Auswahl der Objekte wird im Objektbaum abgelegt und kann verändert werden. Diese Druckmöglichkeit können Sie nutzen, wenn eine Auswahl bestimmter Objekte immer wieder ausgedruckt werden soll. Die Sammeldruckobjekte bleiben dauerhaft gespeichert.

Kontakt

Bitte benutzen Sie das Kontaktformular, um mehr Information über dieses Produkt oder eine Demo-Version anzufordern.

 

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